Bärenburg / Lautenbach

Am Samstag, dem 14. März, war es wieder einmal soweit: eine neue Burgruine stand auf dem Plan. Bei trockenem und etwas wärmeren Wetter (ca. 12° C) traten Frater Christian und ich (dieses Mal in voller Rüstung) an, um zur Ruine der Bärenburg aufzubrechen. Obwohl von Anfang an klar war, dass der Marsch beschwerlich werden würde (der Weg lag bereits auf den ersten Metern unter einer 20 Zentimeter dicken Schneeschicht), ahnten wir noch nicht, dass es die bis dato härteste Patrouille werden sollte. Die ersten 100 Meter führten noch über freies Feld und wir hatten die leise Hoffnung, dass die Waldwege später etwas weniger hoch mit Schnee bedeckt wären. Leider wurden wir enttäuscht und es wurde nur noch schlimmer: durch Schneebruch und Wind waren in schönem Abstand Bäume umgeknickt und hatten sich quer über den Weg gelegt. Waren es am Anfang noch eher kleinere Kaliber die den Weg blockierten, wuchs das zu übersteigende Gewirr aus Ästen später mehr und mehr an.

Nicht der einzige Baum auf dem Weg

Mehr als einmal überlegten wir aufzugeben und umzudrehen! Der drohende Frust, ergebnislos nach Hause zu kommen, zwang uns aber weiter dem Ziel entgegen. Die Pausen wurden länger, die zurückgelegten Teilstücke kürzer, aber schließlich war die Burgruine dann doch erreicht! Leider sofort die nächste Enttäuschung: an eine Besteigung der Burg selbst war nicht zu denken: zu schmal der Weg, zu rutschig die Ledersohlen und das Risiko abzustürzen wäre ohne vernünftiges Geländer einfach zu groß gewesen.

An der Burg angekommen

Ziemlich still wurde gevespert, rasch einige Fotos für den Blog gemacht, schnell etwas Feuer für eine Zigarette geschlagen und nicht besonders glücklich über die Tatsache, dass wir den ganzen Weg auch wieder zurücklaufen mussten, brachen wir sehr bald wieder auf. War der leicht abschüssige Weg zur Burg schon beschwerlich, wurde der nun ansteigende Rückweg schlichtweg zur Qual.

Bis zum Knie sanken wir teilweise in den Schnee ein

Belastend kamen jetzt auch die kalten und völlig nassen Füsse hinzu. Ich muss zugeben: am liebsten hätte ich das Kettenzeug, Schild und Helm an einem umgestürzten Baum zurückgelassen. Aber es half ja alles Nichts! Völlig erschöpft kamen wir dann aber doch am Ausgangspunkt an und nach einer halben Stunde spürte ich sogar meine kalten Füsse wieder! Ich weiß jetzt jedenfalls, warum die Menschen sich im Winter auf die Burgen und Höfe zurückzogen und keinen Fuss vor die Tür setzten!

Mittelaltermarkt in Mannheim

Am Samstag, 07. März war ich also, wie angekündigt, in Mannheim und habe den Mittelaltermarkt besucht. Leider war Frater Christian wegen familiären Terminen verhindert, so war die Komturei nur durch mich und meinen Pilgerschützling vertreten.
Die Besucher waren, wie üblich, bunt gemischt: einige wenige sehr gut gewandete Mittelalter-Darsteller (hauptsächlich aus der Wiki- und Slaven-Szene) und viele Fantasy-Gestalten mischten sich mit Gothics und Normalos. Es waren doch relativ viele Ordensritter vor Ort (mein besonderer Gruß natürlich an die Komturei Freiburg!), die meisten jedoch leider nicht gerüstet. Zumindest in der Zeit, in der ich vor Ort war, fiel mir nur ein Mitglied der Komturei Ebay auf. Der „Ritter“ war in einem Baumwollmäntelchen unterwegs und ich hatte den Eindruck, dass sein Helm verchromt war. Aber ich kann mich auch täuschen *ggg*
Ein besonderer Gruß an die Sanitäter vor Ort, die sich passenderweise als Johanniter gewandet hatten und die vermutlich auch sonst als Darsteller unterwegs sind.
In Mannheim fällt mir immer wieder auf, dass dort einige relativ hochwertige Stände vorhanden sind an denen durchaus brauchbare Gegenstände angeboten werden. Herausragend und erwähnenswert natürlich der Waffenhändler und der Drechsler. Leider war dieses Jahr kein Badehaus anwesend *ggg*
Alles in allem entsprach der Markt meinen Erwartungen und da das Wetter mitspielte hat sich der Besuch gelohnt.