700. Todestag von Jaques de Molay und Geoffroy de Charnay

Gedenktafel Jaques_de_Molay
Am 18.03.1314 inszenierte der französische König, Philipp IV, den letzten Akt der Vernichtung des Templerordens. Nachdem der Orden seit dem 13. Oktober 1307 in einem spektakulären Schauprozess mit den schaurigsten Anschuldigungen überzogen worden war, und Papst Clemens V., obwohl er von der Unschuld des Templerordens überzeugt war [1], nichts anderes mehr übrig blieb, als den Orden am 22. März 1312 aufzulösen, sollte Jaques des Molay, als letzter Grossmeister des Templerordens, am 18. März 1314 in Paris nochmals öffentlich alle Verfehlungen des Ordens gestehen.
Wohl verzweifelt darüber, dass ihm der der Papst seit seiner Verhaftung keine Möglichkeit zu einer persönlichen Audienz gewährt hatte, und in der Gewissheit, dass der Kampf um die päpstliche Rehabilitation des Ordens verloren war, widerrief Jaques de Molay sein (sehr wahrscheinlich unter der Androhung oder dem Vollzug der Folter) erzwungenes Geständnis. Auch Geoffroy de Charnay (der letzte Präzeptor der Normandie) widerrief und beteuerte, dass der Orden sich nicht schuldig gemacht hatte, dass die gegen den Orden vorgebrachten Anklagepunkte des Schauprozesses frei erfunden waren und dass die Geständnisse nur durch die Folter erzwungen wurden.
Außer sich vor Zorn über diese Widerrufe befahl Philipp IV, dass Jaques de Molay und Geoffroy de Charnay noch am selben Abend öffentlich auf der Île de la Cité zu verbrennen seien. Mit dem Tod des letzten Großmeisters endete die Geschichte des Templerordens, der Armen Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem (Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis).

[1] Barbara Frale: The Chinon Chart. Papal absolution to the last Templar, Master Jacques de Molay, in: Journal of Medieval History 30 (2004), S. 109-134