Templer

nonnobis

Die Gründung und die Blütezeit

Das eigentliche Gründungsdatum des Ordens ist nicht exakt überliefert doch es wird davon ausgegangen, dass sich zwischen 1118 und 1120 einige Ritter (meistens wird die Zahl neun genannt) um Hugo von Payens in Jerusalem zusammenschlossen und ein Ordensgelübte (Armut, Keuschheit, Demut) ablegten. Ein weiteres Gelübte besagte, dass der Ritterorden den Schutz der Pilger im Heiligen Land gewährleisten solle. Dieser Schutz war sicherlich auch nötig, da nach der erfolgreichen ersten Kreuzzug die weltlichen Heere wieder in ihre Heimat zurückkehrten und das Heilige Land fast schutzlos zurückblieb.

Zunächst nannte sich die Gruppe „Arme Ritter Christi“. Erst durch das Überlassen eines Gebäudes des alten Palastes durch den neuen König Jerusalems, Balduin II., das auf den Mauern des Tempels von Salomon errichtet sein soll, gab sich Gruppe den Namen Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis also Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem. Daher rühren auch die Bezeichnungen Templer, Tempelritter und Templerorden.

1127 reisten fünf Gründungsmitglieder nach Europa, um neue Mitglieder zu werben und um den geistlichen Oberhäuptern Fragen zu beantworten, die bis dahin zum Streit führten. Denn der Gedanke, dass Mönche bewaffnet gegen die Feinde des Christentums stritten war revolutionär! Zwei Stände, die bis dahin wie Feuer und Wasser waren, sollten vereint werden.

Ungefähr 1128 oder 1129 wurden die Ordensregeln auf dem Konzil von Troyes festgelegt und die Gemeinschaft erhielt durch die päpstliche Vertretung offiziell den Status eines Ritterordens. Durch die direkte Unterstellung unter den Papst Ende März des Jahres 1139 entzog sich der Orden fortan jeglicher weltlicher und niedriger kirchlicher Herrschaft, was zur Folge hatte, dass er zum Beispiel keine Steuern zahlte, sehr wohl aber selbst den Kirchenzehnten erheben durfte.

Ab 1127 mehrten sich die Schenkungen von Landbesitz in England, Spanien, Frankreich, Italien und Portugal. Gleichzeitig stieg die Zahl der Ordensmitglieder, die selbst ebenfalls Ländereien in den Orden einbrachten. Zu seiner Blütezeit zählte der Orden ungefähr 15.000 Mitglieder, die ca. 9.000 Besitztümer („Komureien“) verwalteten.

Ordensangehörige

Gemäß dem mittelalterlichen Standesdenken gab es innerhalb des Ordens eine klar definierte Hierarchie.

Zunächst kamen die Ritterbrüder, die adlig waren und als einzige den weißen Mantel über dem weißen Habit trugen. Sie waren die Elite des Ordens und verfügten neben den besten Rüstungen und Waffen auch über drei eigene Pferde. Wer Ritterbruder werden wollte, musste beim Eintritt in den Orden diese Pferde, Waffen und Rüstung übrigens selbst einbringen.

Die größte Gruppe stellten die Sergeanten (oder auch dienende Brüder), die ihrerseits in zwei Gruppen unterteilt waren. Einmal die kämpfenden Brüder, die ähnlich wie die Ritterbrüder vollgerüstet zu Pferd kämpften und zum anderen die Arbeitsbrüder für die Landwirtschaft, Baumeister, Schmiede und ähnlich Berufe. Der Mantel der Sergeanten war braun oder schwarz.

Die kleinste, aber sehr priviligierte Gruppe stellten die Ordensgeistlichen (Kaplane) dar. Sie waren ausschließlich für den Gottesdienst und die Beichte zuständig und kämpften nicht.

Die unterste Hierarchie im Orden stellten die Knappen, die den Rittern im Kampf zur Seite standen.

Bei Bedarf wurden der Orden durch so genannte Turkopolen verstärkt – Christen, die gegen Sold „auf türkische Art“, also als berittene Bogenschützen kämpften.